The One Image Ohne Aktion

THE ONE Grand Sow - Jean Paul Gaultier

Jean Paul Gaultier entwarf die Kostüme für eine 150 Minuten lange Zeitreise.

The One Slider Startseite01

Kindheit und Jugend

Jean Paul Gaultier wuchs als Einzelkind bei seinen Eltern, einem Buchhalter und einer Kassiererin, auf. Eine wichtige Person für seine kreative Entwicklung war seine Großmutter mütterlicherseits, mit der er viel Zeit verbrachte und die ihn mit den Schätzen in ihrem Kleiderschrank zu den unglaublichsten Kreationen inspirierte. Vor allem ihre Mieder und Korsette hatten es ihm angetan – ein Einfluss, der sein ganzes Leben lang in seinen Schöpfungen spürbar war. Bei einer Ausstellung seines Werkes wurde unter anderem ein Teddybär gezeigt, dem er als Kind Augenbrauen und Lippen geschminkt und den er mit einem aus kleinen Stofffetzen kreierten BH ausgestattet hatte.

Er liebte alle Arten von Modemagazinen und war immer auf dem aktuellsten Wissensstand bezüglich der aktuellsten Trends und wichtigsten Designer. Immer wieder schickte er die Skizzen eigener Entwürfe an die größten Modehäuser – unter anderem auch an Pierre Cardin – weshalb er mit achtzehn dort seine erste Stellung antreten durfte. So kam er zu seiner professionellen Ausbildung im Entwerfen von Kleidung. Im Jahr darauf wechselte er zu Jean Patou. Auch Yves Saint-Laurent inspirierte seine Entwürfe zu jeder Zeit.

JPGs Stern geht auf

1976 stellte Gaultier sein eigenes Modelabel und auf den Laufstegen von Paris erstmals seine eigenen Kreationen vor. Zusammen mit seinem engsten Vertrauten und Lebenspartner Francis Menuge gründete er die Marke Jean Paul Gaultier und damit sein Modeunternehmen. Offiziell gibt es seine Linie erst seit 1982. In der Modewelt machte er sich vor allem dadurch einen Namen, dass er etabliertes Modeverständnis immer wieder herausforderte und veränderte. Bald schon eilte Gaultier sein Ruf als Enfant terrible der Modewelt voraus. Er versuchte stets, zu provozieren und das landläufige Verständnis von geschlechtstypischen Merkmalen bei Kleidung aufzuweichen. Er übernahm ausgefallene Stileffekte aus der Popkultur, dem Punk und dem Edgy Street Style (düster, dunkel, unkonventionell). Beispielsweise bestand eine seiner frühen Kreationen aus einem Reifrock (Krinoline) kombiniert mit einer groben Lederjacke. 1983 gehörten Reifröcke und Mieder als Oberbekleidung zu den typischsten Elementen seiner Mode, zwei Jahre später provozierte er dann mit Rücken für Männer – ein weiterer Versuch, die Gender-Stereotypen der Mode aufzuweichen. Er war auf allen Laufstegen immer für eine Überraschung gut, wodurch er sich langsam seinen Ruf erwarb und diesen bis heute behielt. Seine Markenzeichen – der Schottenrock und das langärmelige, blau-weiß; gestreifte Marineshirt – sind Symbol dafür, dass Gaultier eine der herausragendsten Gestalten der Modewelt ist.

JPG wird und bleibt Ikone

1990 starb Gaultiers langjähriger Lebenspartner Francis Menuge an AIDS – eines der wenigen Fakten, die über den privaten JPG in Erfahrung zu bringen sind. Aus der Trauer heraus entwarf JPG dann seine beachtenswertesten und herausragendsten Kreationen. Wohl jeder kennt den kegelförmigen BH, den Madonna auf ihrer Blond Ambition Tour trug – exzentrisch bis zum Umfallen und Grund dafür, dass nun die gesamte Modewelt seinen Namen kannte. Die Kreation, die unter Madonnas viel zu weitem Männerhemd hervorblitzte und in vollem Umfang dann die Massen aufregte, provozierte durch die Mischung aus futuristischen und historischen Elementen. Glitzernde Barbarella und einengendes Korsett – auf keinen Fall konnte Jean Paul Gaultiers nun mehr ignoriert werden. Ein paar Jahre später lancierte Gaultier seine eigene Parfumlinie, zuerst den Damenduft „JPG“ und dann „Male“ für Männer. Zusammen mit anderen Moderatoren war er jahrelang Gastgeber in der erfolgreichen Fernsehshow Eurotrash. Seine unendliche Fantasie und Kreativität ließen auch die Filmewelt aufhorchen: Er wurde als Kostümdesigner unter anderen für die Filme „Stadt der verlorenen Kinder“ oder „Das fünfte Element“ engagiert.

JPG heute

Zwar ist Gaultier kein jugendlicher Rebell mehr, aber er ist und bleibt einer der kreativsten Köpfe der Modewelt. 1999 engagierte ihn die Pariser Modelinie Hermäs als Kreativdirektor bei der Kreation von Damenmode. Er entwarf jedoch nach wie vor eigene Couture, übernahm Kinderbekleidung in seine Linie und kreierte weitere Düfte. Viele prominente Persönlichkeiten wie Naomi Watts, Marion Cotillard und Nicole Kidman erklärten ihn zu ihrem Lieblingsdesigner. Letztere trug eine seiner Kreationen bei der Oscarverleihung 2003, wo ihr der Oscar als „Beste Schauspielerin“ verliehen wurde – dasselbe gilt für Cotillard und das Jahr 2008. Für Kylie Minogue und ihre X-Tour entwarf Gaultier 2008 genauso die Outfits wie für den Regisseur Almodovar für die Filme „Schlechte Erziehung“ und „Die Haut in der ich wohne“. 2011 beendete Gaultier die Zusammenarbeit mit Hermäs. Puig, ein spanischer Parfum- und Modegigant kaufte sich mit 60 % in sein Unternehmen ein, was Gaultier mit großer Freude quittierte. Seine Worte lauteten: „Sie kaufen Gaultier für Gaultier, und nicht, um etwas anderes draus zu machen.

THE ONE Grand Sow - Jean Paul Gaultier
Nach oben