Semperoper Ohne Aktion

SEMPEROPER - Die Oper in Dresden

Die Semperoper Dresden kann als Hof- und Staatsoper Sachsens auf eine sehr bewegte und nicht immer einfache Vergangenheit zurückblicken. Zu finden ist sie in der wunderschönen historischen Altstadt nicht weit vom Elbe-Ufer entfernt. Ihren Namen erhielt sie nach dem Architekten Gottfried Semper, der all sein meisterhaftes Können und seine Leidenschaft für imposante Bauwerke in das Gebäude legte. Doch das Schicksal meinte es mit dem Opernhaus lange Zeit nicht gut. Schließlich handelt es sich bei der jetzigen Semperoper bereits um den dritten Bau: Tragische Ereignisse machten den mehrfachen Wiederaufbau erforderlich.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Gottfried Semper einen eindrucksvollen Rundbau, der an die Frührenaissance in Italien erinnerte. Die einzigartige Architektur sorgte schnell für Furore: Einige Zeit galt das Opernhaus sogar als eines der prachtvollsten Theater in Europa. Durch ein verheerendes Feuer im September 1869 wurde dieser erste Bau der Semperoper Dresden jedoch komplett zerstört. Die Menschen nahmen den Verlust tapfer hin und gaben ihr Theater nicht auf. Schon Anfang Dezember 1869 konnte ein vorübergehendes Ersatzbauwerk eröffnet werden: ein sehr einfaches und schlichtes Spielhaus, das aber immerhin Platz für 1800 Besucher bot. Zur Eröffnung wurde Goethes „Iphigenie auf Tauris“ aufgeführt.
Da Gottfried Semper mit dem Dresdner Maiaufstand im Jahre 1849 in Verbindung gebracht wurde, musste er noch im gleichen Jahr die Stadt verlassen. Eine Rückkehr war aufgrund dieses Vorkommnisses lange Zeit nicht möglich.

Seine Leidenschaft für Architektur verlor er jedoch auch fern der Heimat nicht: So leitete er beispielsweise in Österreich den Bau des grandiosen Wiener Burgtheaters.
In Dresden wurde Semper bereits schmerzlich vermisst. Die Menschen baten ihn, den Bau eines zweiten Theaterhauses zu planen, das die vorübergehende Ersatzspielstätte endlich ablösen sollte. Semper erfüllte diesen Wunsch gern, überließ die Leitung aber seinem Sohn Manfred, da er die Stadt noch immer nicht betreten durfte. 1878 wurde das neue zweite Gebäude fertiggestellt. Es begeisterte die Dresdner mit einer besonders prunkvollen Ausstattung.

Der zerstörerische Luftangriff auf Dresden richtete im Februar 1945 schwerste Schäden an dem Prachtbau an. Das Opernhaus brannte zum größten Teil aus, nur wenige Elemente blieben verschont. Die Vorbereitungen für einen erneuten Wiederaufbau dauerten nicht nur Jahre, sondern sogar Jahrzehnte: Erst 1977 wurde der Grundstein gelegt. Prinzipiell orientierten sich die Verantwortlichen an den ursprünglichen Plänen des einstigen Architekten, geringfügige Änderungen ließen sich jedoch aus praktischen Gründen nicht vermeiden. So wurde beispielsweise die Zahl der Sitzplätze etwas reduziert, um für mehr Komfort und Platz zu sorgen. Außerdem ließen die Verantwortlichen einen modernen Anbau errichten, in dem heute die Proben abgehalten werden. Auch die Verwaltung ist in diesem Bereich untergebracht.

Am 40. Jahrestag des katastrophalen Luftangriffs, dem das zweite Gebäude zum Opfer fiel, konnte die Semperoper erneut feierlich wiedereröffnet werden. Zur Aufführung kam an diesem Tag im Februar 1985 die Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber: genau die Oper, die auch als letztes Werk vor der Schließung im August 1944 präsentiert wurde.

Auch wenn die Semperoper schon lange den Titel „Staatsoper“ trug, kam nach der Wende noch ein zweiter Titel hinzu: Das ehrwürdige Gebäude darf sich seitdem auch ganz offiziell „Sächsische Staatsoper“ nennen. Doch die Schicksalsschläge hatten leider noch kein Ende: Das schwere Elbe-Hochwasser im Sommer 2002 fügte der Semperoper abermals massive Schäden zu. Erst rund drei Monate später erfolgte die Eröffnung der Spielzeit mit dem Ballett „Illusionen – wie Schwanensee“.

Im Januar 2006 wurde im Rahmen der 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Dresden zum ersten Mal nach langer Zeit wieder der einst bedeutende und legendäre Dresdner Opernball veranstaltet. Dies wurde in der Öffentlichkeit so begeistert aufgenommen, dass der Opernball mittlerweile wieder zu einem festen Bestandteil des jährlichen Veranstaltungskalenders wurde.

Wer die Semperoper heute besucht, wird von einem Detail in der Ausstattung ganz besonders beeindruckt sein. Der riesige und außerordentlich schwere Schmuckvorhang, der eigens für den erneuten Wiederaufbau der Semperoper von zwei begnadeten Malern entworfen und realisiert wurde, ist eine wahre Augenweide.
Der handvernähte kostbare Stoff aus Belgien wurde ganz traditionell und mit klassischen Farben bemalt. Er zeigt unter anderem aufwendige Girlanden, Putten, verschnörkelte Initialen und Bildmedaillons.

Die Semperoper Dresden ist weltweit für zahlreiche bedeutende Uraufführungen berühmt. So wurde beispielsweise im ersten Bau Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ uraufgeführt, im zweiten Bau „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss am 26. Januar 1911 sowie in der wiederaufgebauten dritten Semperoper „La grande magia“ von Manfred Trojahn am 10. Mai 2008.

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