Rocky Horror Show Aktion

ROCKY HORROR SHOW - Richard O'Brien

Der Schöpfer der bizarren Horrorgeschichte

Wenige Musicals haben die Zeit so überdauert, wie das Musical schlechthin – die ROCKY HORROR SHOW! Mehr als zwanzig Millionen Menschen haben Richard O’Briens extravagantes und schillerndes Musicalspektakel mittlerweile gesehen, viele ließen sich vom Zauber der legendären Verfilmung in den Bann ziehen. Hits wie Timewarp oder Sweet Transvestite ziehen seit Jahren immer neue Scharen von Fans an. Das Verhältnis von Trash, Rock’n’Roll und Sexualität entfaltet dabei mit der Zeit eine vollkommen neue Qualität und eröffnet Ebenen, die auch ein jüngeres Publikum fesseln können. Der Erfolg ist nicht zuletzt auch Richard O’Brien selbst zuzuschreiben, der mit seiner Darstellung des Riff Raff in der Rocky Horror Show eine der schillernsten Figuren präsentiert. Kein anderes Musical erlebte jemals so einen großen Erfolg. Besucher erleben hier nicht einfach nur ein Musical, sie zelebrieren eine Show in der sie aktiver Bestandteil sind.

Richard O’Brien

Das britische Ausnahmetalent Richard O’Brien ist ein erfolgreicher Autor, Schauspieler und Komponist und wurde 1942 in Cheltenham geboren. Bevor ihn die ganz große Karriere ereilte, wirkte O’Brien Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre in bekannten Musicalproduktionen wie Hair oder Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice mit. Als er 1970 seine erste Eigenkreation, das Musical Rocky Horror Show, auf die Bühne brachte, war ihm vorher wohl kaum bewusst, welch einen Kassenschlager er hier schaffen würde. Als Vorlage dienten trashige Horrorfilme und düsterer Film Noir der fünfziger und sechziger Jahre. Durch die Inspirationen der unterschiedlichen Filmgenres konzipierte Richard O’Brien ein intertextuelles Konstrukt mit Einflüssen aus B-Movies, Comics und Science Fiction-Filmen. Mit einer gehörigen Prise Rock’n’Roll wurde das Theaterstück zu dem Kultmmusical der siebziger Jahre. Neben literarischen und filmischen Einflüssen, ließ Richard O’Brien in seiner Rolle als Riff Raff auch seine eigenen sexuellen Neigungen in das Musical einfließen. Seine eigens gelebte Bisexualität prägt das Musical – Travestiekunst und Fetischismus ziehen sich wie ein roter Faden hindurch. Nach seinem großen Durchbruch war er nur noch in kleineren Fernseh- oder Gastauftritten zu sehen. Seine letzte größere Rolle hatte der Künstler in der Fortsetzung seines lustigen Gruselschockers, nämlich in Shock Treatment. Die Verfilmung erzielte allerdings nicht annähernd so eine große Popularität wie ihr Vorgänger. Was seine Rollen anging, so spielte O’Brien häufig düstere Charaktere, die den überholten Klischees des Horrorgenres entsprechen. Der Künstler kann auch deswegen auf große Rollenangebote verzichten, weil die Einnahmen aus Tantiemen der Rocky Horror Show eine nicht endende Einnahmequelle sind. Sein einziges derzeitiges Engagement ist die Besetzung der Synchronstimme für Lawrence Fletcher in der Serie Phineas und Ferb. Der Schauspieler lebt derzeit in London.

Die Rocky Horror Show

Das Kultmusical ROCKY HORROR SHOW wurde der Öffentlichkeit erstmals 1973 auf der Studiobühne des Royal Court Theatres in London präsentiert. Die Story beginnt wie bei jedem ganz normalen Gruselschocker: Brad und Janet suchen nach einer Reifenpanne nichtsahnend Unterschlupf bei den Bewohnern eines nahegelegenen Schlosses. Die Nacht ist dunkel und verregnet. Natürlich kann das Paar nicht wissen, dass Professor Frank’N’Furter sich sein persönliches Sexobjekt in Form einer perfekt konstruierten, menschlichen Spezies heranzuzüchten plant. Er und seine außerirdischen Bediensteten vom Planeten Transsexual können es kaum erwarten ‘Rocky, das Objekt der Schöpfung, in Empfang zu nehmen. Das Pärchen platzt nun ein wenig unerwartet in das Geschehen und erlebt infolge seines Aufenthaltes sonderbare Dinge. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Lust, Trieb und Horror zunehmend und es wird immer unklarer auf welcher Seite sich Janet und Brad eigentlich bewegen. Tempo – Glitzer – Sex, das ist es, was der fantastische Autor und Schauspieler Richard O’Brien uns da geliefert hat. Er ist mit Sicherheit nicht unschuldig am Erfolg des Musicals, verkörpert er selbst darin doch eine der schillerndsten Persönlichkeiten. Geschildert wird eine Geschichte, deren Erzählung sich um Torheit, Ekstase, Lüsternheit und Rausch sowie Integrität und Abgrund rankt. Als das Paar und der exzentrische Professor aufeinandertreffen, wird das Schloss mitgerissen von einem blitzenden und donnernden Brausen. Lust und Exzess treffen auf vermeintliche Romantik und Prüderie. Eine neue Welt entführt das Publikum in ungeahnte Sphären.

Der Film

Tolle Filme haben meistens fantastische Vorlagen. Deswegen kam der Film Rocky Horror Picture Show als Nachfolger seines absolut erfolgreichen Musicalidols in die Kinos. Jim Sharman machte aus dem ohnehin schon brillianten Musical eine legendäre Verfilmung. Der Film beinhaltet dieselbe Musik und Handlung wie das Bühnenstück. Neben dem Regisseur Sharman wirkte auch Richard O’Brien an der Verfilmung mit, welcher schon vorher Musik, Text und Drehbuch beisteuerte. Entgegen des heutigen Erfolges schien es jedoch zunächst so, als würde der Film verglichen mit dem Musical floppen. Als sich jedoch abzeichnete, dass der er in wiederholten Abständen von Anhängern des Kultmusicals besucht wurde, schnitt man ihn um und präsentierte ihn mit geändertem Marketingkonzept als Mitternachtsfilm – das legendäre Midnight Movie. Die Fangemeinde kommunizierte das neue Konzept und schnell steigerte sich die Anzahl der begeisterten Anhänger in das Unermessliche. Besucher fingen an im Kino mitzusingen und zu tanzen. Die Verfilmung erreichte einen so enormen Kultstatus, dass der Mitternachtsklassiker bis heute in unregelmäßigen Abständen in Programmkinos gezeigt wird.

Ein Kultphänomen

Bis heute umgibt das Musical einen faszinierenden Kultstatus. Sowohl bei der Musicalaufführung auf der Bühne wie auch bei der Verfilmung, nehmen die Rezipienten interaktiv und äußerst enthusiastisch an der Handlung teil. Unter anderem verkleiden sich immer wieder Teile des Publikums als Travestit. Aber auch Zubehör wie Wasserspritzpistolen, Zeitungspapier, buntes Konfetti, Klopapierrollen oder Leuchtstäbe kommen zum Einsatz. Weiterer fester Bestandteil einer jeden Show ist außerdem das Mitsingen und Mittanzen während der Songs. Die Vorstellung wird damit zu einer interaktiven Zusammenkunft von Darstellern und Besuchern und von allen Gruppen frenetisch gefeiert. Mittlerweile in der vierten Generation, schafft es die Rocky Horror Show immer noch neue Fans in die eigenen Reihen zu locken. Ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

So, it’s time for some Time Warp action!

ROCKY HORROR SHOW - Richard O'Brien
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