MARY POPPINS - Der Film

Die Filmvorlage des Musicals

Der Musical-Fantasyfilm MARY POPPINS von 1964 basiert auf den Romanen von P. L. Travers; Walt Disney produzierte den von Robert Stevens gedrehten Film. Das Brüderpaar Robert B. und Richard M. Sherman waren für die Musik verantwortlich und erhielten für ihre Leistungen zwei Oscars („Bester Filmsong“ und „Beste Filmmusik“).

Die HandlungLondon, 1910. Die Familie Banks lebt das klassische Leben der englischen Oberschicht; George Banks ist Bankier, während sich seine Frau Winifred für die Rechte der Frauen einsetzt. Der Haushalt wird von den Dienstboten erledigt und die Kinder von einem Kindermädchen betreut. Doch Jane und Michael, die immer wieder für Probleme sorgen, haben wieder einmal dafür gesorgt, dass die Familie Banks auf der Suche nach einem neuen Kindermädchen sind. Zahlreiche Interessenten erscheinen, doch als vom Himmel Mary Poppins – mit aufgespanntem Regenschirm – schwebt, wird schnell klar: Magie ist im Spiel. Sie erhält die Stelle und übernimmt das Kommando. Mary Poppins verfolgt spezielle Erziehungsziele und zeigt den Kindern, dass der Kontakt mit Leuten aus der Unterschicht genauso Spaß macht, wie auch dem Nachgehen einer geregelten Arbeit. Als Mary Poppins den Kindern die Welt ihres Vaters als Bankier näherbringen will, läuft die Sache aus dem Ruder. George wird entlassen, erkennt aber, dass nicht die Arbeit der wichtigste Aspekt im Leben ist, sondern die Familie.

MARY POPPINS basiert auf Travers Romanen der 1934er JahreTravers Roman spielt – auf Grund der Veröffentlichung des Buches – im Jahr 1934, somit in der Zwischenkriegszeit. Die Filmhandlung wurde jedoch in das Jahr 1910 übertragen. Im Roman wird Mary Poppins als eitle und vor allem schnippische Frau beschrieben, die keine Kritik duldet und auch keine andere Meinung zulässt. Im Film ist Mary Poppins weitaus freundlicher und verfolgt, anders wie im Buch, nicht die Mission der „Familienzusammenzuführung“. Im Roman kommt und geht sie, wann sie möchte. Die Charaktere der Kinder Michael und Jane blieben unverändert; die beiden Zwillinge, die in der Romanvorlage erst wenige Monate alt sind, werden im Film nicht erwähnt. Im Buch sind hingegen die Eltern „charakterlose Nebenfiguren“. Mr. Banks ist vorweg der „Herr des Hauses“, während Winifred eine gewöhnliche Hausfrau ist. Auch Bert, der Freund von Mary Poppins, spielt im Buch keine wesentliche Rolle. Auch muss berücksichtigt werden, dass der Roman eine Sammlung verschiedener Kurzgeschichten darstellt und somit keine durchgehende Handlung aufweist. Nur wenige Aspekte wurden daraufhin für den Film übernommen – etwa Mary Poppins Ankunft oder auch Onkel Alberts Teeparty. Dass Travers mit der Verfilmung unzufrieden war, liegt daher auf der Hand. Sie erkannte weder ihr Werk, noch war sie mit der Musik des Films zufrieden. Doch die vertragliche Gestaltung war derart gewählt, dass es keine Möglichkeit für sie gab, die Produktion zu verändern oder gar zu verhindern.

Die Besetzung des FilmsMary Poppins: Julie Andrews
Bert: Dick Van Dyke
George Banks: David Tomlinson
Winifred Banks: Glynis Johns
Jane Banks: Karen Dotrice
Michael Banks: Matthew Garber
Vogelfrau: Jane Darwell

Die Filmmusik im Detail„Overture“ – die Vorspannmusik, wobei mitunter „Feed The Birds“, „Chim Chim Cher-ee“ sowie auch „A Spoonful of Sugar“ und „Supercalifragilisticexpialidocious“ zu hören sind
„Sister Suffragette“ (dt: „Wir sind die Kämpfer fürs Frauenrecht“)
„The Life I Lead“ (dt: „Ich bin voll Stolz – und bin zutiefst zufrieden“)
„The Perfect Nanny“ (dt: „Willst Du diese Stellung haben?“)
„A Spoonful of Sugar“ (dt: „Wenn ein Löffelchen voll Zucker“)
„Pavement Artist“ (dt: „Chim, Chiminey, ich tu was mich freut und mich freut, was ich tu“)
„Jolly Holiday“ (dt: „Ist das ein herrlicher Tag“)
„Supercalifragilisticexpialidocious“ (dt: „Supercalifragilisticexpialigetisch“)
„Stay Awake“ (dt: „Bleibt schön wach und schlaft nicht ein“)
„I Love to Laugh“ (dt: „Ich lach so gern“)
„A British Bank“ (dt: „Es muss ’ne Bank geordnet und präzis‘ sein“)
„Feed the Birds“ (dt: „Täglich schon früh“)
„Fidelity Fiduciary Bank“ (dt: „Willst Du zwei Pennies sparen?“)
„Chim-Chim-Cheree“ (dt: „Chim Chim Cheree“)
„Step in Time“ (dt: „Schritt und Tritt“)
„A Man Has Dreams“ (dt: „Es träumt ein Mann, er wäre sehr erfolgreich“)
„Let’s Go Fly a Kite“ (dt: „Für zwei Pennies Papier schon genügt“)

13 Oscarnominierungen – 5 AuszeichnungenDer Film MARY POPPINS feierte am 27. August 1964 seine Premiere in Los Angeles; am 29. August kam er in die amerikanischen Kinos. Julie Andrews feierte in MARY POPPINS ihr Kino-Debüt; sie wurde auf Grund ihrer Rolle in „Camelot“ von Disney engagiert. Für ihre Rolle als Mary Poppins wurde sie mit dem Oscar („Beste Hauptdarstellerin“) ausgezeichnet.

Doch nicht nur Julie Andrews wurde für ihre Leistung prämiert. MARY POPPINS wurde für 13 Oscars nominiert und konnte fünf „Goldjungen“ gewinnen. Neben Julie Andrews erhielten Peter Ellenshaw, Eustace Lycett und Hamilton Luske in der Kategorie „Beste Spezialeffekte“ einen Oscar. Cotton Warburton wurde in der Kategorie „Bester Schnitt“ ausgezeichnet und die Brüder Robert B. und Richard M. Sherman erhielten für den „Besten Song“ und die „Beste Filmmusik“ je eine Auszeichnung.

Zu erwähnen ist, dass Dick Van Dyke in einer Doppelrolle zu sehen ist; so ist er als Bert sowie – auf Grund perfekter Maske – als seniler Mr. Dawes sr. zu sehen. Während Van Dyke in der Originalproduktion auch beide Charaktere spricht, wurden für die deutsche Fassung zwei unterschiedliche Synchronsprecher engagiert.

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