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KINKY BOOTS - Biografie Harvey Fierstein

US-amerikanischer Schauspieler aus den Bereichen Film, Fernsehen und Theater

Das Musical KINKY BOOTS ist untrennbar mit dem Namen Harvey Fierstein verbunden: Einem US-amerikanischen Schauspieler, der sich in den Bereichen Film, Fernsehen und der Theaterwelt einen festen Platz erobert hat. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, die seit inzwischen mehr als vier Jahrzehnten andauert, ist Harvey Fierstein zudem ein glühender Aktivist für Menschenrechte, gefragter Synchronsprecher und nicht zuletzt natürlich auch Autor – unter anderem zeichnete er sich für das Libretto zu KINKY BOOTS verantwortlich.

Harvey Fierstein: Von den künstlerischen Anfängen bis zur Gegenwart

Harvey Forbes Fierstein wurde am 6. Juni 1952 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren. Der Sohn jüdischer Immigranten aus Osteuropa wurde konservativ und streng gläubig erzogen, bezeichnet sich heutzutage allerdings als Atheist. 1973 schloss er seine Schauspielausbildung am amerikanischen Pratt Institute mit einem “Bachelor of Fine Arts” ab, hierzulande etwa vergleichbar mit einem Abschluss in “Bildenden Künsten”. Erste Bühnenerfahrungen konnte Fierstein in “Pork” sammeln, dem einzigen Theaterstück, das Andy Warhol jemals verfasst hat. Zu seinen weiteren Engagements im Theaterbereich zählen “La Cage Aux Folles”, “Anatevka” und “Hairspray”, wobei letzteres ihm einen Tony Award für die beste männliche Hauptrolle bescherte. Fierstein, der in jungen Jahren selbst als Dragqueen auftrat, verarbeitete seine Erfahrungen in dem autobiographischen Stück “Torch Song Trilogy”, das später auch verfilmt wurde. Seine Schaffen wurde mit zwei Tony Awards ausgezeichnet: Für den besten Autor und den besten Schauspieler. Parallel dazu etablierte Harvey Fierstein sich auch in den Bereichen Film und Fernsehen; zu seinen bekanntesten Rollen zählen das Woody Allen Drama “Bullets Over Broadway”, der Action-/ Science Fiction Film “Independence Day” und der Komödienhit “Mrs. Doubtfire”, in dem Fierstein die Rolle von Robin Williams’ Bruder übernahm. Seine tiefe, raue Stimme machte ihn auch zu einem begehrten Synchronsprecher – neben Gastrollen bei den “Simpsons” und “Family Guy” hat Fierstein wiederholt Disney Filme synchronisiert, unter anderem “Mulan” und “Mulan 2”. Zu seinen Engagements zählen darüber hinaus Gastrollen in “Miami Vice”, “Cheers”, “Nurse Jackie”, “Mord Ist Ihr Hobby” und “The Good Wife”. In der englischen Ausgabe der CBS Sitcom “How I Met Your Mother” trat Fierstein kurzfristig als Synchronsprecher von Lily in Erscheinung, die zu den fünf HauptdarstellerInnen der Serie zählt. Fiersteins rauhe Stimme eignete sich perfekt für Lilys Charakter, die aufgrund ihres exzessiven Rauchens ihre an sich hohe, mädchenhafte Stimme einbüßte. 1995 wurde Fierstein mit dem Humanitas Preis ausgezeichnet – einer Ehrung, die sich an Film- und Fernsehproduktionen richtet, die sich in besonderer Weise um die Menschenwürde verdient machen. Fierstein erhielt den Preis aufgrund seiner Arbeit für die Animationsserie “Happily Ever After – Fairy Tales For Every Child”, die beliebte Kinderbuchklassiker in multikultureller Weise neu interpretiert.

Neben seinem künstlerischen Schaffen ist Harvey Fierstein auch politisch und gesellschaftlich hoch engagiert. Als einer der ersten Künstler, die offen homosexuell lebten, ist Fierstein seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Homosexuellen Bewegung in den Vereinigten Staaten. Bereits 1994 wurde er mit dem GLAAD Award ausgezeichnet, einer Ehrung der “Gay And Lesbian Alliance Against Defamation” (eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte schwuler und lesbischer Mitmenschen einsetzt). Von Zeit zu Zeit schreibt Fierstein kontroverse Zeitungskolumnen über das Zusammenwirken von Homosexualität und Doppelmoral in Amerika. Aufgrund seiner langjährigen Verdienste für das Theater wurde Fierstein am 11. April 2016 mit einem Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame geehrt (exakte Adresse: 6243 Hollywood Boulevard). Harvey Fierstein lebt heute in Ridgefield, Connecticut.

Harvey Fierstein und KINKY BOOTS

Das Musical KINKY BOOTS beruht auf der wahren Geschichte des Schuhfabrikanten Steve Pateman, die 1999 als Dokumentation aufgenommen und im Jahre 2005 verfilmt wurde. Pateman, der im englischen Northampton das Schuhgeschäft seines Vaters betreibt, sieht sich vor dem finanziellen Ruin. Um seinen Betrieb fortführen zu können, spezialisiert er sich kurzerhand auf Nischenprodukte: Für die ortsansässige Dragqueen Bewegung fabriziert er “kinky boots” – schrille Schuhe und Stiefel von höchster Qualität, die hauptsächlich von Transvestiten und Cross-Dressern getragen werden. Obwohl sich die Idee als finanzieller Glücksgriff erweist, sieht Pateman sich alsbald mit einem neuen Problem konfrontiert: Seine Mitarbeiter wenden sich gegen ihn, weil sie den Sittenverfall des Ortes fürchten, sollte die Dragqueen Szene Überhand nehmen. Pateman, der plötzlich alleine für seine Ziele kämpfen muss, erfährt Unterstützung von völlig unerwarteter Seite: Lola – eine feste Größe der lokalen Dragqueen Szene – steht dem Schuhfabrikanten zur Seite.

Im Jahre 2006 wurde die Filmversion von KINKY BOOTS auf dem renommierten Sundance Film Festival gezeigt. Daryl Roth – bereits damals eine erfahrene Regisseurin, die mehrfach mit dem Tony Award ausgezeichnet wurde – war von der ersten Sekunde an von der Botschaft des Films begeistert. Die Herz erwärmende Geschichte um Loyalität und Toleranz beeindruckte sie so sehr, dass sie die Filmvorlage für ein Musical adaptieren wollte. 2008 trat Roth mit Harvey Fierstein in Kontakt, der bereits als etablierte Größe im Theater- und Musicalbereich galt und in jungen Jahren selbst als Dragqueen auftrat. Fierstein war von dem Konzept so begeistert, dass er nicht nur das Libretto für KINKY BOOTS schrieb, sondern auch seine langjährige Freundin Cindy Lauper für die Musik gewinnen konnte. Lauper – die spätestens seit den 1980er Jahren aus der Musikbranche nicht mehr wegzudenken ist – schloss sich dem Kreativteam rund um Fierstein im Jahre 2010 an. Gemeinsam mit Jerry Mitchell, der Regie und Choreographie übernahm, arbeiteten sie ein Jahr an der Umsetzung der Filmvorlage. Am 23. September 2011 fanden die ersten Proben mit der späteren Cast statt, im Herbst 2012 erfolgte in Chicago die Welturaufführung. Mit wenigen Änderungen wurde die Fassung aus Chicago direkt für den Broadway übernommen, wo KINKY BOOTS seit 2013 gespielt wird. Darüber hinaus gibt es Tournee- und Fixproduktionen am Londoner Westend, in Seoul, Toronto, Melbourne, Malmö und Tokyo. Im Dezember 2017 erlebt KINKY BOOTS in Hamburg seine Deutschlandpremiere.

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