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HINTERM HORIZONT - Die Story des Musicals

Die Handlung des Musicals

HINTERM HORIZONT ist eine Liebesgeschichte aus der Feder des deutschen Rock-Giganten Udo Lindenberg. Für das Drehbuch des Musicals war Thomas Brussig zuständig, wobei auch Udo Lindenberg seine Finger mit im Spiel hatte. Das Musical feierte am 13. Januar 2011 seine Uraufführung in Berlin.

HINTERM HORIZONT – eine schier unglaubliche Geschichte über die DDR und die LiebeDas Musical HINTERM HORIZONT erzählt die Geschichte von Udo Lindenberg und der FDJ-Aktivistin Jessy. Während sich die beiden während eines Konzerts im „Palast der Republik“ verlieben, ist ihnen noch nicht bewusst, welche Probleme diese Liebschaft verursachen wird. Lindenberg hat in einigen Aussagen immer wieder behauptet, dass die Beziehung und das Treffen mit Jessy sehr ähnlich waren; jedoch sei der restliche Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Lindenberg äußerte sich nicht, ob auch die restlichen Facetten der Geschichte der Wahrheit entsprachen. Jedoch beruht das Musical HINTERM HORIZONT auf historischen Tatsachen. So fand tatsächlich ein Konzert Lindenbergs im Jahre 1983 in Ost-Berlin statt. Auch die abgesagte DDR-Tournee sowie das Konzert in Moskau im Jahr 1985 beruhen auf Tatsachen. HINTERM HORIZONT befasst sich mit dem geschichtlichen sowie politischen Umfeld der DDR, dem Mauerfall 1989 sowie der Stasi. Jene Szenen werden aber kabarettistisch dargestellt. Des Weiteren thematisiert HINTERM HORIZONT auch die Doping-Problematik innerhalb der DDR. Die markanteste Requisite des Stücks ist ein Hut Udo Lindenbergs, der über der Bühne schwebt und einen Durchmesser von rund 9 Metern hat. Auch der Nachbau des Teilabschnitts der Berliner Mauer ist charakteristisch für das Musical.

Der erste Akt

„Das Mädchen aus Osterberlin“

Udo Lindenberg steht auf seinem übergroßen Hut; er singt das Lied vom „Mädchen aus Ostberlin“ und schwebt über der Bühne.

Die nächste Szene zeigt Mareike, eine Journalistin. Sie erhält von ihrem Arbeitgeber den Auftrag, einen Zeitungsartikel zu schreiben. Der Text soll vom „Mädchen aus Ostberlin“ erzählen, welches Lindenberg noch vor wenigen Minuten besungen hat. Im Rahmen der Recherche stößt Mareike auf ein Bild des Rockers Udo Lindenberg. Auf jenem Foto umarmt er ein nicht näher genanntes Mädchen. Mareike lässt nicht locker und bringt in Erfahrung, dass es sich dabei um Jessy Schmidt handelt. Sie erfährt ihren Wohnort und besucht Schmidt. Mareike zeigt ihr das Bild mit Lindenberg; Jessy stimmt zu, die Person auf dem Foto zu sein. Zu Beginn zögert Jessy noch; sie will nicht über vergangene Tage sprechen. Doch wenig später kann sie Mareike doch überzeugen und Jessy beginnt ihre Geschichte zu erzählen…

Zurück in die DDR

Jessy Schmidt erzählt von ihrem Leben in Pankow. Sie ist nicht nur Sängerin im „Haus der jungen Talente“ (HDJT), sondern auch Mitglied und Aktivistin der „FDJ“. Sie zählt auch zu den Auserwählten, die zum Friedenskonzert am 25. Oktober 1983 geladen wurden. Im Rahmen des Konzerts dürfen sie Udo Lindenberg, der im „Palast der Republik“ in Ost-Berlin das Friedenskonzert veranstaltet, Blumen überreichen. Elmar, Jessys Bruder, ist ein riesiger Fan des deutschen Rockers. Unglücklich über die Tatsache, dass er nicht zum Konzert darf, seine Schwester Jessy aber schon, ist Marco, Jessys Freund und Spitzenleichtathlet in der DDR, wenig über die Teilnahme seiner Jessy am Konzert begeistert. Es beginnt ein Streit, der damit endet, dass sich Jessy von ihrer Familie wendet.

Liebe auf den ersten Blick

Das Konzert von Lindenberg wird von Mitarbeitern des „Ministeriums für Staatssicherheit“ (kurz: MfS) überwacht. Zunächst singt der Chor der FDJ „Vom Frieden singen unsere Lieder“, bevor der deutsche Gigant Udo Lindenberg, samt seinem Panikorchester, die Bühne betritt und die ersten Zeilen zu „Odyssee“ singt. Das Publikum gerät außer Kontrolle; alle freuen sich, endlich Lindenberg live zu sehen. Selbst die staatstreuen Mitarbeiter des MfS können sich nicht beherrschen und beginnen mit dem Takt der Musik zu wippen und zu tanzen. Nach dem das Konzert beendet ist, treffen sich Udo Lindenberg und Jessy. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch das Glück findet sein jähes Ende; sie müssen von den Mitarbeitern des Staatsschutzes fliehen. Noch während des Konzerts versuchen auch weitere Jugendliche (auch Elmar, Jessys Bruder, befindet sich unter den Teilnehmern) in den „Palast der Republik“ zu gelangen. Jedoch schreitet die Polizei ein und verdrängt sie auf brutale Art und Weise. Während des Zwischenfalls wird Elmar verletzt.

Das „Udo-Lindenberg-Doppelgänger-Casting“ – oder wie der Staatsschutz sagen würde: „Operation Lederhose“

Daheim ist das Konzert natürlich Thema Nummer 1. Jessy erfährt, dass Elmar es gewagt hat, doch in den „Palast der Republik“ zu kommen. Die Familie und Marco stehen Udo Lindenberg skeptisch gegenüber, während Elmar seinen Eltern versucht zu erklären, dass er ein riesiger Fan von Lindenberg ist; auch Jessy gibt zu, Lindenberg zu vergöttern. In der Zwischenzeit treffen sich die Minister sowie die Mitarbeiter und beraten, wie sie weiter vorgehen sollen. Zu Beginn beschweren sich noch die Mitarbeiter über die Jugendlichen sowie die äußerst aggressive Stimmung, welche während des Konzerts geherrscht hatte. Es sei daher nicht möglich, dass die Tour von Udo Lindenberg akzeptiert werde. Denn das internationale Ansehen würde, falls der Rocker in die DDR käme, enorm leiden, aber auch, wenn die Tour verhindert werden würde, würde dies dem Ansehen der DDR schaden. Aus diesem Grund beschließen die Mitarbeiter und Minister ein „Udo-Lindenberg-Doppelgänger-Casting“ zu veranstalten; der Deckname des Castings lautet: „Operation Lederhose“.

„Operation Lederhose“ und der „Regenwurm“

Marco ist noch immer unglücklich über die Tatsache, dass die DDR nicht an den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles teilnimmt. Sie boykottieren die Veranstaltung im Jahr 1984. Die Stimmung ist allgemein schlecht; Jessy hört Radio und erzählt, als ihre Eltern weg sind, ihrem Bruder, dass sie einen Brief verfasst habe. Sie möchte den Brief an Udo Lindenberg schicken. Doch Elmar erklärt ihr, dass es nicht möglich wäre, Briefe über den gewöhnlichen Postweg zu versenden. Die Stasi würde den Brief abfangen. Somit sei es notwendig, dass der Brief zuerst über die Grenze gebracht wird; Elmar erklärt seiner Schwester, welche Möglichkeiten vorhanden sind, jenes Vorhaben auch umzusetzen. Jessy stellt sich aber derart ungeschickt an, dass Elmar die Initiative ergreift und selbst an den Tränenpalast geht. Dort übergibt er den Brief einem ausländischen Staatsbürger; er solle ihn für ihn abschicken. Doch während der Übergabe werden sie von der Stasi erwischt und verhaftet. Kurze Zeit später wird Jessy von den Mitarbeitern des Staatsschutzes besucht. Sie bringen das Mädchen derart unter Druck, dass sie tatsächlich ein Formular unterschreibt, sodass sie ein Teil der Operation wird und als Decknamen den Titel „Regenwurm“ erhält. Die Mitarbeiter verlassen die Wohnung; Jessy ist am Boden zerstört.

Die Flucht aus der DDR

Natürlich ist Jessy gezwungen, nun an der „Operation Lederhose“ teilzunehmen. Noch zu Beginn versucht Professor Scheuerlich, während eines Treffens, das Phänomen Udo Lindenberg zu erklären. Es gelingt ihm jedoch nicht; die Bewerber sind nicht begeistert. Jene müssen in weiterer Folge unter Beweis stellen, dass sie nicht nur die Fähigkeit besitzen, die Lieder von Lindenberg vorzutragen, sondern auch die eigentümlichen Interpretationen zu meistern. Das Casting wird jedoch am Ende abgebrochen; es findet sich kein Doppelgänger, der nur in entferntester Art und Weise mit Udo Lindenberg mithalten kann. Jessy versucht in der Zwischenzeit alle Erinnerungen, die sie an Udo Lindenberg hat, zu verdrängen. Sie kann ihn nicht mehr treffen und will mit dem Gedanken, einmal mit Udo Lindenberg zusammen zu sein, abschließen. Der Zuseher erkennt jedoch, mittels Projektion auf den Teilabschnitt der Berliner Mauer, dass Jessys Kooperation dazu führt, dass Elmar freigelassen wird. Elmar will jedoch den Osten verlassen; er flieht über die Mauer. Dies gelingt ihm mit Hilfe eines Ballons. Er hat die DDR verlassen.

Folgende Lieder werden im ersten Akt gesungen:

  • „Mädchen aus Ostberlin“
  • „Boogie-Woogie-Mädchen“
  • „Ich träumte oft davon ein Segelboot zu klau’n“
  • „Vom Frieden singen unsere Lieder“
  • „Odyssee“
  • „Bis ans Ende der Welt“
  • „Ich bin ein Rocker“
  • „Gegen die Strömung“
  • „Radiosong“
  • „Gitarren statt Knarren“
  • „Reeperbahn“
  • „Sonderzug nach Pankow“
  • „Verbotene Stadt“
  • „Daumen im Wind“

Der zweite Akt

„Mit Republikflüchtlingen möchte ich nichts zu tun haben“

Elmar entkommt mit seinem Heißlutfballon aus der DDR und landet im Westen. An einem Abend ruft er seine Familie an und möchte mit seinem Vater sprechen. Jener will zunächst aber nichts von seinem Sohn wissen, da er mit „Republikflüchtlingen“ nichts zu tun haben möchte. Elmar lässt jedoch ausrichten, dass er sich bereits nach wenigen Tagen einen Wagen kaufen konnte; in der DDR musste man sich mehrere Jahre in Geduld üben, um endlich ein Auto kaufen zu können. Diese Geschichte überzeugt den Vater, doch mit Elmar zu sprechen – er will wissen, welche weiteren Vorteile im Westen bestanden. Bevor sie das Gespräch beenden, lässt Elmar Jessy ausrichten, dass „der helle Stern nun zum Roten Stern fliegt“. Jessy erkennt die Botschaft. Der helle Stern ist Udo Lindenberg – der Star. Er wird also nach Moskau fliegen (der „Rote Stern“, das Zeichen der UdSSR). Jessy packt die Gelegenheit beim Schopf und fliegt nach Moskau. Vor Ort trifft sie Udo Lindenberg. Sie amüsieren sich köstlich und verbringen danach die Nacht in der Zarensuite von Rosjia. Doch Jessy und Udo müssen abermals vor der Staatspolizei flüchten. Mit dem Lied „Hinterm Horizont“ kann der deutsche Rocker seine Jessy aber wieder aufmuntern.

Jessy ist schwanger – ist Udo Lindenberg der Vater?

Jessy kehrt nach Berlin zurück. Nachdem sie feststellt, schwanger zu sein, möchte ihr Vater sie dazu zwingen, die Schwangerschaft abzubrechen. Doch Jessy lässt sich nicht umstimmen; sie möchte das Kind austragen. Sie heiratet Marco, der jedoch auf Grund der Einnahme zahlreicher „leistungssteigernden Substanzen“ zeugungsunfähig wurde. So ist sich Jessy sicher, dass das Kind nur von Udo Lindenberg sein kann. Sie will ihn wieder treffen und bittet, abermals ausreisen zu dürfen. Jedoch wird ihr die Ausreise aus der DDR verweigert. Jessy gibt sich geschlagen und findet sich damit ab, Udo Lindenberg nicht mehr zu sehen.

„Die Nachtigall wurde zum Regenwurm“

Die Jahre vergehen. Jessys Sohn ist bereits zwei Jahre alt, als sie am 9. November 1989 einen lebensveränderten Anruf erhält: die Mauer ist gefallen! Sie verlässt, gemeinsam mit ihrer Mutter, die Wohnung und lässt ihren Sohn, gemeinsam mit Marco, zurück. Sie quert die ehemalige Grenze und trifft auf Elmar, ihrem Bruder, der in den Westen geflohen war. Elmar erzählt ihr, dass Udo Lindenberg abermals ein Konzert in der Deutschland-Halle spiele. Sie muss unbedingt zu diesem Konzert. Udo Lindenberg spielt „Seid Willkommen in Berlin“ und heizt die Stimmung an. Nach dem Lindenberg das Konzert beendet hat, trifft er auf Jessy. Doch Lindenberg will mit seiner Jessy, seinem Mädchen aus Ostberlin, nichts mehr zu tun haben. „Die Nachtigall sei zum Regenwurm geworden“ – Jessy wird klar: Udo weiß, dass sie ein Teil der Operation war. Lindenberg traf nämlich auf zwei Mitarbeiter des Staatsschutzes, welche ihm seine eigene Akte verkaufen wollten. Doch Lindenberg lehnte das Angebot ab. In weiterer Folge verriet ihm einer der Mitarbeiter des Staatsschutzes, dass er von einem „Regenwurm“, der Jessy Schmidt hieß, die ganze Zeit bespitzelt wurde. Jessys Welt bricht zusammen. Sie kann und will nicht glauben, dass Udo Lindenberg nichts mehr von ihr wissen will.

Der Rückblick endet.

Wieder in der Gegenwart

Mareike möchte so schnell wie möglichen den Artikel drucken lassen. Doch Jessy bremst die Reporterin; kurze Zeit später kommt nämlich ihr Sohn Steve heim und wird ebenfalls mit den Aussagen von Mareike konfrontiert – er erfährt, dass sein Vater ein „berühmter deutscher Sänger“ sei, der den „Vornamen Udo“ habe. Auch wenn Steve zunächst nicht begeistert über die Situation ist (er glaubt, es handle sich um den Musiker Udo Jürgens), kann ihn Mareike aufklären, dass Lindenberg wohl der leibliche Vater des Jungen sei. Kurze Zeit später wird er auch von seiner Mutter auf die Drogen, die sie in seiner Jackentasche gefunden hat, angesprochen. Marco kommt ebenfalls heim; eine heiße Diskussion entsteht.

Die Monate vergehen…

Udo Lindenberg befindet sich im Hotel Atlantic in Hamburg. Er steht auf und bereitet sich auf das „Udo-Lindenberg-Doppelgänger-Casting“ vor. Er soll den richtigen Doppelgänger küren. Während des Castings herrscht eine fröhliche und lockere Stimmung, doch plötzlich werden alle Lindenberg-Doppelgänger starr: Jessy und Steve treffen ein. Zunächst zeigt sich Steve verwirrt, doch Jessy weiß, wer der „echte Udo Lindenberg“ ist. Sie diskutieren, schaffen es aber, alle Missverständnisse aus der Welt zu bringen und versöhnen sich. Des Weiteren offenbart sie ihm, dass er der leibliche Vater von Steve sei. Zum Abschluss singen Steve und Udo Lindenberg das Lied „Ganz anders“; danach alle das Lied „Mein Ding“, was gleichzeitig das Ende der Aufführung bedeutet.

Folgende Lieder werden im zweiten Akt gespielt:

  • „Moskau“
  • „Hinterm Horizont gehts weiter“
  • „Alles das bist Du für mich“
  • „Wenn Du durchhängst“
  • „Seid Willkommen in Berlin“
  • „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“
  • „Im Arsch“
  • „Mister Nobody“
  • „Alles klar auf der Andrea Doria“
  • „Was hat die Zeit aus uns gemacht“
  • „Ganz anders“
  • „Mein Ding“
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